
630 Briefe mit Pride-Flagge im Bundestag übergeben
KjG München und Freising setzt starkes Zeichen für Toleranz und Vielfalt
Die Katholische junge Gemeinde (KjG) München und Freising, ein engagierter Kinder- und Jugendverband, hat am Dienstagvormittag ein sichtbares Zeichen für Toleranz und Vielfalt im Deutschen Bundestag gesetzt. Nachdem kürzlich die Hausordnung durchgesetzt wurde, die das Zeigen der Pride-Flagge im Bundestag verbietet, wollte die KjG nicht stumm zusehen – sondern reagierte prompt und kreativ mit einer außergewöhnlichen Briefaktion.
Kreative Antwort auf Flaggenverbot
Hintergrund der Aktion ist das vom Bundestagspräsidium verhängte Verbot, die Regenbogenfahne als Symbol für die LGBTQIA+-Bewegung im Reichstagsgebäude sichtbar zu präsentieren. Für die KjG, die sich seit Jahren für eine offene und bunte Gesellschaft einsetzt, ist das jedoch kein Grund, ihr Engagement für ein solidarisches Miteinander aufzugeben. Im Gegenteil: Mit 630 eigens gestalteten Briefen wandte sich der Verband direkt an alle Abgeordneten des Bundestags.
Auf der Vorderseite der Briefe befinden sich persönliche Worte der KjGler*innen, auf der Rückseite prangt deutlich sichtbar die bunte Pride-Flagge. “Wenn schon keine Flaggen aufgehängt werden dürfen, dann zeigen wir unsere Botschaft eben auf andere Weise”, erklärt Sebastian Reckert, Diözesanleitung der KjG. “Hoffentlich ist es erlaubt, Wähler*innenpost zu zeigen – denn wir wollen, dass unsere Stimmen sichtbar sind.”
Von der Idee zur Umsetzung in Rekordzeit
Die Idee zur Briefaktion entstand spontan am vergangenen Donnerstag, als die Diskussion um das Flaggenverbot die Gemüter erhitzte. Noch in der Nacht zum Samstag reifte der Plan, die Briefe nicht nur zu versenden, sondern sie persönlich zu übergeben. Am Montagabend packten über 20 ehrenamtliche Unterstützer*innen gemeinsam die Briefe, füllten sie in Umschläge und bereiteten alles für die Übergabe vor.
Noch in der Nacht machte sich eine Delegation aus fünf KjG-Mitgliedern auf den Weg nach Berlin. Dort trafen sie sich am Dienstagvormittag mit Max Lucks, Bundestagsabgeordneter der Grünen und Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der die Briefe persönlich am Bundestag entgegennahm und die Aktion ausdrücklich unterstützte. „Ich werde den Brief auf jeden Fall in meinem Büro aufhängen und finde es eine starke Aktion.“, sagte Lucks bei der Übergabe.
Starkes Signal an die Politik
Mit dieser Aktion setzt die KjG München und Freising ein klares Zeichen für Respekt, Toleranz und das Recht auf Sichtbarkeit. Sie zeigt, dass gesellschaftliches Engagement nicht an bürokratischen Hürden scheitern muss, sondern dass Kreativität und Mut neue Wege öffnen können. Die Briefe sind nicht nur Appell an die Bundestagsabgeordneten, sondern auch Ermutigung für junge Menschen, für ihre Überzeugungen einzustehen.
Die KjG hofft, dass die Stimmen der Kinder und Jugendlichen gehört werden – und dass das bunte Bild auf den Rückseiten der Briefe auch im Bundestag ein sichtbares Zeichen für Vielfalt bleibt. Denn: Die Gesellschaft ist bunt und vielfältig, und das soll auch in den Parlamenten dieser Republik sichtbar sein.
